[Rezension] Alles ohne Lena - Stefan Boonen

Sonntag, 14. April 2013




Deutsche Ausgabe

Seiten: 124
Erschienen: Dezember 2011
Taschenbuch: 8,95€
Band: Einzelband


Inhalt

Seid nicht böse. Dicker Kuss, Lena. 
An einem Frühlingsmorgen im April nimmt Lena sich das Leben. Lena ist Bas' Schwester. Jetzt ist Bas mit seinen Eltern allein und eigentlich hate er keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Seit Lenas Tod fragt er sich immer wieder, wie lange das wohl noch dauern wird, das Vermissen. Doch darauf weiß keiner eine Antwort. Und dann ist der Sommer da und der Urlaub steht vor der Tür. Ohne Lena. Ob sie das schaffen?


Cover

Das Cover und der Titel gefallen mir sehr gut und passen auch zur Geschichte.


Meine Meinung

Was für ein wunderschönes Buch! Noch nie hat mich ein so kurzes Buch so nachdenklich und traurig zurückgelassen.
Erzählt wird die Geschichte in Ich-Perspektive und Präsens von dem Viertklässler Bas. Er erzählt, was ihm gerade in den Sinn kommt und schweift dabei auch gerne mal in die Vergangenheit ab. Er erinnert sich an besondere Ereignisse mit seiner nun toten Schwester Lena. 
Bas ist ein toller Charakter. Man kann gut mit ihm mitfühlen und sich in ihn hineinversetzen. Aber auch sein bester Freund Tristan ist toll. So jemanden wie ihn bezeichnet man wohl als wirklich besten Freund. Er ist für Bas da, als es ihm schlecht geht ( also das komplette Buch), und auch dann, wenn Bas ihn in seiner Trauer schlecht behandelt. Bas und Tristan fand ich wirklich wahnsinnig sympathisch.
Aber auch alle anderen Charaktere wirkten echt. Man konnte alle ihre Handlungsweisen nachvollziehen und so habe ich wirklich alle Charaktere in mein Herz geschlossen.
Auch Lena, die man nur durch Bas' Erzählungen kennenlernt, wirkt eigentlich sympathisch und man fragt sich gemeinsam mit Bas, warum sie sich das Leben genommen hat. 

"Wie ein Besessener durchforste ich mein Hirn. Hat Lena sich in letzter Zeit merkeürdig verhalten? Hat sie Dinge gesagt, die nun eine andere Bedeutung bekommen? Spiel nachher ein Lied für mich." Seite 25

Der Schreibstil ist sehr schön. Die Geschichte wird in kurzen Sätzen erzählt. Es gibt kaum Nebensätze oder ähnliches. Dies passt erstens sehr gut zu einem etwa Neunjährigen, aber auch zu dem Gefühl der Trauer. Ich persönlich fand der Stil, der gewählt wurde, perfekt!
Die Geschichte hat an sich keine Spannung. Es gibt keinen Höhepunkt, kein spannendes Finale oder so. Nur die Frage nach dem Warum und wie Bas mit der Situation umgeht. Das alles hat mich aber so sehr an das Buch gefesselt, dass ich erst mit dem Lesen aufhören konnte, als das Buch zu Ende war. Dabei liefen mir selten keine Tränen übers Gesicht.

"Wir weinten. Wir weinten so, als würden wir wieder ganz von vorne anfangen. Wie Mama es ausdrückte: Dein Kopf weiß es schon, aber das Herz noch nicht" Seite 79

Ein wunderwunderwunderschönes und tief trauriges Buch, das alle meine Erwartungen übertroffen hat.

10/10

Kommentare:

  1. das klingt ja toll. Das Cover ist ja wirklich sehr süß ♥ ich freue mich schon riesig, dass ich es auch bald lesen kann :)
    Liebe Grüße :)

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    1. Ohja, das Buch ist wirklich traumhaft! :)
      Das Päckchen ist schon fertig. Muss nur noch bei der Post abgegeben werden. Ich hoffe, ich komme morgen dazu ;-)
      Liebe Grüße! :)

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  2. Schöne Rezi ;) Wirklich toll, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat. Es ist zwar nicht spannungsgeladen oder so, aber dafür sehr emotional und gefühlsvoll ;)
    LG Filo

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